• Helmut Thiery

    helmut_thiery

    Name: Helmut Thiery
    Geburtsjahr: 01.08.1961
    Wohnort: 48712 Gescher
    Familienstand: verheiratet mit Maika
    Beruf: Schweißer

     

    Mitglied im W563 seit: 01.01.1970
    Welche Rasse(n) werden gezüchtet und seit wie vielen Jahren: Seit 1994 züchte ich Zwergwidder weiß Blauaugen. Davor waren, angefangen mit Weißen Wienern, auch Blaue Wiener und Hermelin bei mir im Stall. 2014 sind auch Zwergwidder Weißgannen schwarz bei uns im Stall
    Was gefällt an dieser Rasse besonders? Als wir 1999 diese Rasse für meinen Sohn Timon angeschafft haben, reizte es mich sehr, mitzuhelfen, die Zwergwidder weiß Blauaugen in NRW zu verbreiten und zu verbessern, da diese in unserem Landesverband und somit auch auf unseren Landesschauen sehr selten zu sehen waren. Deshalb war es nicht einfach, gute Zuchttiere zu erwerben. Damals wie heute begeistert mich der Kontrast der blauen Augenfarbe zum weißen Fell sowie die Lebhaftigkeit und Vitalität dieser Tiere. An  Zwergwidder Weißgrannen begeistert mich das Farbspiel. Sie zählen für mich zu den optisch schönsten Rassen.
    Angestrebte Verbesserungen: Das Hauptaugenmerk lege ich in meiner Zucht auf eine gute Fellqualität, verbunden mit der Länge, sowie der Struktur in Übereinstimmung von Grannenhaar, Deckhaar und Unterhaar. Der Reifezustand ist jahreszeitlich bedingt. Es gibt immer noch viele Tiere mit langen und dünnen Fellen, die dadurch des Öfteren eine starke Kopfbildung vortäuschen und in Verbindung mit einem gut getragenen Behang vielleicht auch zu hoch bewertet werden. Ich versuche Tiere zu züchten, die trotz kurzer und dichter Felle, gute Köpfe mit ordentlichen Behängen zeigen, so wie wir sie bei den Zwergwiddern weiß Rotaugen meist schon vorfinden. Wenn man die Rot- und Blauaugen miteinander vergleicht, gibt es nach meiner Meinung noch sehr viel Arbeit, um in der breiten Basis an die hohe Qualität der Rotaugen heran zu kommen. Bei den Weißgrannen möchte ich das Erscheinungsbild verbessern. Hier fehlen mir einfach die richtigen Zwergwiddertypen.
    Besonderheiten der Stallanlage: Meine Stallanlage umfasst nach dem Umbau 2014 nun 39 Einzelboxen, von denen 33 immer noch im  Anbau neben meiner Autogarage untergebracht sind und sechs Boxen als Außenstall. In diese Boxen werden während der Ausstellungssaison die Tiere untergebracht  die von den Schauen zurückkommen. So möchte ich die anderen Tiere vor Krankheit schützen. Der Großteil dieser Boxen hat eine Grundfläche von 70 mal 70 cm. Auch halte ich den Großteil meiner Tiere mittlerweile wieder auf Stroh. Ich hoffe , so weniger Probleme mit losen Schultern zu haben. In die Stalldecke wurde zusätzlich eine Lichtkuppel zum Öffnen eingebaut, sie sorgt für viel Frischluft, weiterhin habe ich dadurch auch eine sehr gute Luftzirkulation und genügend Tageslicht im Stall.  Nur noch zwölf Boxen sind mit Roste ausgestattet. Beim Umbau des Stall habe ich auch dafür gesorgt das ich die untere Reihe Boxen auf eine Höhe von fünfzig Zentimeter gebaut habe um diese so auch  später noch nutzen zu können wenn die Gesundheit  das tiefe Bücken eventuell mal nicht mehr so zuläßt.
    Tiere pro Zuchtjahr: Es werden etwa 35 bis 40 Jungtiere gezogen
    Eingesetzte Zuchttiere: Bei den Blauaugen ziehe ich von fünf oder sechs Häsinen und zwei Rammler und die Weißgrannen sind mit zwei Häsinen und einem Rammler vertreten
    Fütterungsmethode: Ich füttere meine Tiere mit Pellets. Dazu wird reichlich und vor allem täglich Heu gereicht. Frisches Trinkasser, angereichert mit etwas Apfelessig steht den Tieren selbstverständlich zur Verfügung. Das Futter wird mit getrockneter Petersilie und anderen Leckereien immer wieder geändert und angereichert, um so den Appetit der Tiere zu erhalten. Wenn die Jungtiere anfangen mit zu fressen, und auch während der Absetzphase, wird ein Strukturmüsli beigefüttert. Nach dem Absetzen werden die Jungtiere langsam an die Pellets als Alleinfutter gewöhnt. Auch hier achte ich immer darauf, dass den Jungtieren genügend Heu zur Verfügung steht. Ich bin der Meinung, dass eine gute Verdauung bei Kaninchen ohne Raufutter nicht möglich ist und unweigerlich zu Jungtierverlusten führt. In der Wachstumsphase, wenn die Jungtiere dann stabil in ihrer Verdauung sind, wird das Pelletfutter mit Diestelöl leicht befeuchtet und mit Futterkalk bestreut. Wenn sich für mich die Möglichkeit ergibt, gute gelbe Futtermöhren zu kaufen (geringerer Wasseranteil als rote Möhren), werden diese zerschnitten und mit Futterkalk bestreut, den Jungtieren beigefüttert.
    Kriterien der Zuchttierauswahl: Alle Tiere müssen natürlich eine gute Fellqualität haben und sollten die gewünschten Rassemerkmale aufweisen. Dazu habe ich in diesem Jahr viel Wert gute Behänge und Köpfe gelegt da dies mit für den ersten Eindruck eines Preisrichter bei der Bewertung ist
    Was macht besondere Freude an der Zucht: Ich genieße es jeden Tag, im Stall meine Tiere zu versorgen. Es ist für mich Entspannung pur, nach einem Arbeitsalltag die Tiere beim Fressen, oder die gerade auslaufenden, kleinen Jungtiere bei ihren ersten unbeholfenen Bewegungen im Stall zu beobachten. Es ist nicht einfach, zu beschreiben, was mich immer wieder an der Zucht von Rassekaninchen begeistert. Vielleicht ist es auch mit der Arbeit eines Gärtners zu vergleichen. Auch er geht jeden Tag in seinen Garten und entdeckt immer wieder etwas Neues und eine Veränderung des Wachstums und der Blüte, woran er sich erfreuen kann, und mir geht es genauso.
    Züchterische Erfolge:  MIt zwergwidder weiß Blauaugen, Landesmeister 2011, 2012 und 2013, 1x Deutscher Vizemeister, 4xLandesclubmeister, 2004, 2006,2008 und 2012.  Rassemeister Widderclubvergleichsschau 2013 und 2014.  Dazu Vereinsmeister, Kreismeister, Clubmeister usw.
    Bedeutung von Kaninchenschauen: Ausstellungen sind ein unbedingtes Muss um sich mit anderen Züchtern zu vergleichen und um neue Kontakte zu knüpfen. Für unseren Verein ist es natürlich auch immer Werbung für unser Hobby und den Verein selbst.
    Was gefällt am W563: Der Verein zählt mit zu den größten Vereinen im Grenzlandkreisverband Borken und beweist immer und in jedem Jahr wieder, dass er gute Mitglieder hat, die hinter der Sache stehen und für den Verein und dessen Auftreten stehen. Highlight in jedem Jahr ist unsere Lokalschau an der sich alle beteiligen und so für eine gute Außendarstellung unseres Vereins sorgen. Natürlich zählen auch unsere gemeinsamen Fahrten zu den Bundesschauen, Landesschauen und anderen Großereignissen zu den Highlights eines jeden Jahres.
    Wird ein Ehrenamt ausgeübt: Ich war seit meinem Wechsel zu den Senioren immer in irgendeiner Weise mit in die Vorstandsarbeit eingebunden, als Jugendleiter oder Tätowiermeister und seit 1994 als Vorsitzender des W563 Gescher. Im Kreisvorstand war ich Beisitzer, stellvertretender Kreisverbandsvorsitzender und seit 2011 bin ich Kreisverbandsvorsitzender.
    Wie wird die Zukunft der Rassekaninchenzucht im Allgemeinen und die des W563 im Besonderen gesehen Rassekaninchenzüchter wird es immer geben. Leider hat sich das Freizeitverhalten in unserer Gesellschaft sehr verändert. Viele Familien machen mehrmals im Jahr Kurzurlaub oder fahren am Wochenende weg. Hier sind wir als Verein, Club und als Züchter gefordert. Wir müssen interessierten Besuchern bei unseren Schauen deutlich machen, dass man sich in Vereinen gegenseitig hilft und dass man durch das Züchten von Rassekaninchen in keinster Weise, oder nur ganz gering in der Urlaubsplanung und in der Gestaltung seiner Freizeitaktivitäten eingeschränkt ist. Ich glaube, dass wir uns in der Zukunft damit abfinden müssen, dass sich leider viele kleine Ortsvereine auflösen werden, da ihnen einfach der Nachwuchs fehlt. Ich bin der Meinung, dass sich kleine Vereine möglichst früh Gedanken über Zusammenschlüsse machen sollten, um so Kräfte zu bündeln und sich als größerer Verein wieder deutlich besser in der Öffentlichkeit präsentieren können. Ausstellungen mit nur 50-60 oder noch weniger Tieren nützen uns nur wenig und zeigen nach außen auch das Bild eines aussterbenden Hobbys ohne Zukunft. Hier muss unbedingt gegengesteuert werden. Besser sehe ich da die Zukunft der Clubs, da sich hier die Züchter zusammenfinden, die unser Hobby oft noch intensiver und mit größerem Aufwand betreiben wie der Vereinszüchter.
    Weitere Hobbys: In meiner Freizeit fahre ich noch gerne Motorrad. Unser Golden Retriever Sammy gehört auch zu unserer Familie und fordert seine Zeit zum Spazierengehen und im Garten habe ich noch neben der normalen Gartenarbeit einen Teich mit Kois zu pflegen. Auch fahren wir gerne Fahrrad und wenn gerade mal wieder ein gutes Konzert in der Nähe ist, fahren wir auch dort gerne mal hin.
    Kontakt: thiery-h@versanet.de oder Telefon 02542-916666

    << zurück zur Startseite